
Heute (01.04.2025) wurde das Monopoly Görlitz vorgestellt. Ich freu mich sehr, denn Görlitz Insider ist dabei ein Spielfeld. Das Spielfeld gibt es gleich 3x und es sorgt für Ereigniskarten. Ich hab der Redaktion gesagt, Görlitz Insider ist für die guten Nachrichten in Görlitz zuständig, ich möchte bitte die positiven Ereigniskarten. Ich hoffe, es hat geklappt.
Bezugsquellen
Es gibt es schon bei Amazon: https://amzn.to/3DRBGNX
Und sicher bald im (Görlitzer) Handel. So viele Spielzeuggeschäfte haben wir ja gar nicht mehr. Spiele-Nagl noch auf der Hospi. Auch Thalia und das Presse- und Buch Zentrum am Postplatz könnten noch gute Adressen sein.
Und natürlich der Verlag selber, hier.


Spiegel der Gesellschaft
Erfunden hatte es 1904 Elizabeth Magie, die auf die Gefahren des monopolistischen Landbesitzes hinweisen wollte.
Unter diesem Aspekt habe ich es letztmals 2022 mit einer Freundin gespielt, als ich die Lausitz-Edition geschenkt bekam. Die enthält auch Görlitz Spielfelder, wie die Brauerei und die GENOS und ist zweisprachig.

Ich hab damals unsere Erkenntnisse aufgeschrieben:
22.12.2022: „Ich treff mich mit einer Freundin, die wie ich Lust hat auf die Erkenntnis „höherer gesellschaftlicher Zusammenhänge.“
Wir spielen die „schnelle Variante“, da wir nur ca. eine Stunde Zeit haben und so bekommt jeder vorab 3 Straßen – einfach so. Wobei: Es sind in dieser Edition ganze Städte.
Und hier nimmt das Rätsel des Kapitalismus seinen Lauf, denn die Freundin zieht sich von vorn herein sehr hochpreisige Städte.
Dann legen wir los. Da man erst Häuser bauen kann, wenn man ein Set von 3 Städten zusammen hat, lassen wir uns geflissentlich den Vortritt so, wie jemand schon eine erste Stadt besitzt. Das würde der Kapitalismus nie machen und so hat das Spiel vorgesehen, dass man sich Städte hin und her abkaufen kann. Wir verzichten darauf. Freundschaft ist ein hohes Gut!
Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf. Ein Schicksal, von dem ich immer noch nicht weiß, ob es unser Leben ungefragt bestimmt: Ich verbringe meine Spielzeit 2x im Gefängnis und kann nichts erwirtschaften. Außerdem geh ich 3x über LOS und ziehe zwar mein „Gehalt“ ein, muss es aber sofort 4 Felder weiter als „Kulturbeitrag“ wieder abgeben. Und so komme ich nicht zu Geld. Ich kaufe zwar jede Stadt, an der ich vorbei komme und arbeite fleißig an Sets, bin aber defacto bald verarmt.
Anders meine Freundin. Die ist niemals im Gefängnis und kassiert auf jeder Runde ihr „Gehalt“. Sie zieht aberwitzige Ereigniskarten und kassiert weiter. Bald baut sie Häuser und bald das erste Hotel. Das einzige Mal, wo das „Schicksal“ sie neckt, ist sofort nachdem sie Häuser gebaut hat. Da kommen 2x hintereinander Karten, sie müsste renovieren und sanieren. Vor lachen pruste ich fast meinen Glühwein über das niegelnagel neue Spiel. Sie lacht mit. Das ist schon irgendwie absurd, dass die Karten genau da kommen, wo sie fertig gebaut hat – und eben bei ihr, die als Einzige bisher bauen konnte.
Unsere Geschäftsentscheidungen sind ansonsten gleich: Jede Stadt wird versucht zu kaufen.
Nur ihre Grundeinstellung ist noch fröhlicher unter dem Motto „Was kostet die Welt.“ Als ihr eine Meldung verkündet, sie habe ein neues Hobby und müsse auf die Bühne des Sorbischen Nationaltheaters als Schauspielerin, beschließt sie gleich das gesamte Gebäude zu kaufen.
Der Zustrom an Geld animiert meine Freundin gönnerisch zu werden und so zahlt sie eine Miete an mich großzügig mit den Worten „Stimmt so“. 10 Euro sind Trinkgeld. Ein Spielzug, den das Regelwerk nicht vorsieht. Als ich bei ihr Miete zahlen soll und schon so knapp bei Kasse bin, sagt sie: „Ach komm, lass stecken, du bist eingeladen bei mir zu übernachten.“ Auch diese Großzügigkeit kennt das Regelwerk nicht.
Dann piepst mein Wecker und wir müssen leider abbrechen und zusammen packen.
Ich sage: „Lass uns schnell noch alles letztes Geld verbraten“. Ich kauf mir noch ein Häuschen, zu mehr reicht es nicht. Die Freundin stellt sich im letzten Spielzug noch schnell ein Hotel hin, dann ist auch sie nicht mehr Handlungsfähig.
Und dann machen wir eine nicht vorgesehene Rückabwicklung. Jeder verkauft alles zurück an die Bank: Häuser, Städte, Ausflugsziele, Versorgungsanlagen. Danach machen wir Kassensturz. Mit 2.000 Euro mehr geht die Freundin aus dem Spiel bei gleichen Startbedingungen.
Irre – und wie das Leben!
Eine Mischung aus guten Startbedingungen (eine Erbschaft zum Beispiel), guten Geschäftsentscheidungen, trotzdem Glück oder eben Schicksal, vielleicht auch innerer Einstellungen, können 2.000 Euro ausmachen.
Das Spiel sieht eigentlich vor, dass irgendwann alles Geld bei einem Spieler ist. Oder aber alle langsam pleite gehen. Dann kommt die Phase der Hypotheken, wo jeder seine Häuser und Grundstücke beginnt zu belasten und immer größere Summen an die Bank zahlen muss. Und dann kapitulieren die Ersten und sind schlichtweg pleite. Damit endet das Spiel. Die Bank gewinnt immer – wie im Spiel, so im wahren Leben.
Genau in dieser Phase stecken wir Gesamtgesellschaftlich, weil üble „Ereigniskarten“ erdacht wurden von nicht mehr zahlbaren Abschlägen, Preiserhöhungen, gespikt mit Inflation und ungleicher Verteilung. Die Gebäude einzelner Weniger werden immer größer und prunkvoller. Während der kleine Mann sich durch seine Miete schleppt bis zum Beginn des neuen Monats. Und kaum hat er sein bisschen Gehalt in der Hand, muss er „Beiträge“ und „Abschläge“ leisten und bangt vor jeder „Ereigniskarte“. Wenn keiner mehr kann, endet das Spiel.
Dann gibts den Great Reset. “Niemand wird mehr etwas besitzen und alle werden glücklich sein“ hat uns ja schon Klaus Schwab in Aussicht gestellt, der Gründer des Weltwirtschaftsforums. Ja, glücklich, dass es vorbei ist! Dann ist alles auf Null, es gibt frisches/neues Geld und der Run beginnt von neuem. Auf dem Spielbrett, wie in der Realität – die auch nur das Spielbrett einiger Banken und Milliardäre zu sein scheint. Ja, bei Monopoly versteht man tatsächlich die gesellschaftlichen Zusammenhänge...
Mögen wir uns alle lange bewahren, mit was mich meine Mitspielerin überrascht hat: „Komm, du bist eingeladen.“ Und: „Ach weeste, hier nimm, stimmt so.“
Vielleicht braucht Monopoly mal die „Herzens-Edition“. Die Mosou-Frauen in China könnten erklären, wie es geht…
Eure schönen Kommentare
„Das haste so saustark geschrieben. Eh ganz ganz geil. Da kriegste richtig ne Gänsehaut. Das ist so wahr, so… naja 1:1 rübergehoben. Und dann das Ende noch mit unserem Schwabele. Genauso ist es! Ein absoluter Augenöffner. Ich hoffe, die Richtigen gucken auf deine Seite. Es ist saustark.“
„Sehr interessant und cool geschrieben. 👍 Die wenigsten denken darüber nach. Auch ein Beitrag zur gesellschaftlichen Spaltung. Ich habe das Spiel nie gemocht, auch ohne tiefere Gedanken mir damals gemacht zu haben. Mich piept es an, wenn man sich battled beim Spielen. Wer soll daran schon Freude haben?“
„Ein wirklich schöner Beitrag 👍schön geschrieben.“
„Heute hab ich das Spiel auch bekommen. Hihi, und noch niemanden ist der kleine Schreibfehler auf der Rückseite der Verpackung aufgefallen.

„Ik heb hem vandaag met de post ontvangen!“
„Hab meins heute bekommen“
„Hab noch nicht mal das eigentliche gespielt. Freue mich aber für dich und hoffe auf viele zukünftige Spieler.“
„Habs auch vorbestellt und gestern erhalten. Es sieht mega-gut aus. Ich habe ein paar Straßen vorgeschlagen und gevotet. Eine Straße ist sogar mit drauf.
„
„Vorhin aus der Packstation geholt“
„Sehr cool, freut mich sehr!“
Hier unter dem Beitrag sind so bunte Symbole. Damit könnt ihr den Beitrag an Freunde teilen zu Facebook, Whatsapp, Instagram, Twitter, per eMail etc. Probierts mal aus!